Mit Gekauftes Glück überraschte der Innerschweizer Urs Odermatt vor sechs Jahren das Publikum. Mit dem Fernsehfilm Der Tod zu Basel enttäuschte er 1990 die Kritiker, und mit seinem Wachtmeister Zumbühl verblüfft er nun gleich alle: ein sattes Vergnügen im Capitol.
"Schaafseckel!" Eine sehr schweizerische Äusserung, herzlich, befreiend - und ungewohnt. Nein, nicht im Alltag, da nehmen wir sie ja kaum wahr. Aber in einem Spielfilm - da tönt das schon verblüffend lebensecht.
Für die Leute in diesem fiktiven Napfmoos an der Bahnlinie, Kanton Nidwalden, ist die urchige Interjektion die verbale Ultima ratio. Wenn ihnen alle Worte fehlen, dann kommt zumindest dieses noch: "Schaafseckel!"
Nix Wäckerli - Zumbühl!
Selbst der stotternde Albin bringt's in einem Zug über die Lippen, allerdings nicht allzu laut. Albin hat einen sehr strengen Vater, den Wachtmeister Zumbühl. Dieser Zumbühl, gespielt vom Berliner Michael Gwisdek und synchronisiert von Ueli Jäggi, ist kein Wachtmeister Studer, kein Polizischt Wäckerli, auch wenn Odermatt die alle ein bisschen mitnimmt über den Titel seines Films. Zumbühl ist ein grausam lebensechter "Land-Tigger" (Landjäger). Er wird wohl respektiert im Dorf, aber wahrscheinlich mag man ihn nicht so sehr.
Der starke reiche Mann von Napfmoos, der Gmeinipreesi Mathis (Roll Hoppe), sucht jedenfalls nach einer Gelegenheit, Zumbühl loszuwerden, da es dieser gewagt hat, Mathis wegen Alkohol am Steuer zu belangen. Und als Zumbühl einmal aus Ärger mit dem Karabiner aus dem Schlafzimmerfenster ballert, sieht Mathis seine Stunde gekommen.
Intrigen und Schändung
Schon wild, was Odermatt alles in seine Geschichte gepackt hat: Der Zumbühl verzichtet auf sein Amt und geht als Vorarbeiter zur Bahn, um dem Rausschmiss zuvorzukommen. Auf den Gleisen findet er eines Morgens ein vergewaltigtes Mädchen, nur um kurz darauf herauszufinden, dass ausgerechnet sein Albin der Täter war.
"Äs isch es Buschpers! Gschändet heschs! Wiene Hund!" herrscht er seinen Sohn an. Und verlangt, dass er die Maria heirate, um die Schande ungeschehen zu machen. Dass die Maria von der Idee nicht sehr angetan sein dürfte, kommt dem sturen Gerechtigkeitsfanatiker erst relativ spät in den Sinn. Dass sein Sohn hingegen nicht mitspielen mag - das ist wenig relevant.
Ja, wild sind sie, die Innerschweizer Dorfgeschichten des Urs Odermatt. Und wir haben den Johnny, des Gmeinipreesis Sohn, noch gar nicht erwähnt. Der ist nämlich in Amerika. weil dem Vater sein Gschpusi mit der Maria nicht gepasst hatte. Und aus Amerika ruft der Johnny jede Nacht um vier per "collect call" die Maria im Bahnhofschuppen an. Dafür wird Zumbühl in seiner neuen Funktion als Bahnbeamter dem Preesi Mathis dann später noch Rechnung stellen.
Wir haben auch noch nicht erwähnt, dass Zumbühls Frau davongelaufen ist vor seiner Rechthaberei. Zumbühl hat auch dafür eine einleuchtende Erklärung. Jahrelang habe er nachts gearbeitet und sie bei Tag. Das sei eine schöne Zeit gewesen. Dann hätte sie auch zur Nachtschicht gewechselt und herausgefunden, dass es nichts "z'brichte" gab zwischen ihnen. Er hätte das gewusst. Sie nicht.
Odermatts Film gratwandert zwischen dörflicher Dramatik, kinotraditioneller Polizisten-Tragik und einem urkomisch bissigen Resumé innerschweizerischer Zustände. Das ist alles sehr ungewohnt geworden im Schweizer Spielfilm. Odermatt zeigt eine Form von Engagement, das uns in den siebziger Jahren verlorenging: Er ist böse, präzise, giftig und dabei voller Zuneigung für seine Figuren, voller Verständnis für die gewohnten und gewohnt mauschligen Machtverhältnisse.
Munteres Mauscheln
Wenn Zumbühl im Film beharrt: "Ich han nie niit ugraads gmacht!", dann liegt in der dialektalen doppelten Verneinung die ganze Wahrheit des heimatlichen und heimeligen Halbdunkels. Wenn er zum Schluss des Films den Preesi Mathis dahingehend erpresst, dass der Albin nach verbüsster Zuchthausstrafe den Posten als Dorfpolizist bekommen wird, singen die Heilsarmeeschwestern im Hintergrund schon wieder: "Immer auf Gott zu vertrauen, das ist der beste Weg...".
Zumbühl bleibt sympathisch. Das ist Odermatts originellste Leistung mit diesem Film: Er hat es geschafft (nicht zuletzt dank der glänzenden Dialekt-Synchronisation), eine Realitäts-Satire zu schaffen, die unsere Verhältnisse kennt und trifft, aber nicht rummäkelt, sondern kurz und träf zubeisst und dazu auf den Stockzähnen grinst. Ich hab's erst geglaubt, als zwei Drittel des Films vorbei waren. Schaafseckel!
Michael Sennhauser: Der Land-Tigger und der Gemeinipreesi - Urs Odermatt hat mit 'Wachtmeister Zumbühl' witzmächtig zugebissen. Basellandschaftliche Zeitung, Liestal, 9. September 1994.
Der Deutschschweizer Regisseur Urs Odermatt hat ein neues ländliches Dialektdrama von etwelcher Schwere, aber mit spürbar authentischem Hintergrund gedreht.
Er macht Filme stracks an der Kritik vorbei. Beim Publikum sind sie eher willkommen, wohl auch wegen ihres gewollt helvetisch-provinziellen Charakters. Es sind Geschichten aus dem Hinterland, die auf der Kenntnis von Urs Odermatts Pappenheimern fussen. Manchmal etwas verkorkst und schwerfällig, haben sie den Reiz einer gewissen gewichtig-rauhbauzigen Authentizität. Man spürt, da schaut einer nicht amüsiert auf kauzige Dörfler hinab, sondern er empfindet sich, im Guten wie im Schlechten, selber als einer von ihnen.
Die Figur des Wachtmeisters Zumbühl ist in mindestens einer Hinsicht Arnold Odermatt nachgebildet. Der Vater des Autors war bei der Nidwaldner Kapo. Der Sohn hat jetzt die Fotografien, die der Alte (meist) im Dienst gemacht hat, in einem Bildband veröffentlicht: Ansichten eines Lebens und einer Zeit, die Provinzialität von eben der Sorte atmet, wie sie auch der Film verbreitet. Nahezu autobiographisch nimmt sich unter diesen Umständen die Filmfigur des Sohns (Jürgen Vogel) des Wachtmeisters Zumbühl aus. Albin ist ein Stotterer, der, ohne es recht zu wollen, ein Mädchen (Anica Dobra) schändet, das ihn auslacht. Und der sich dann, im Wissen, gerettet zu werden, auf-, aber nicht erhängt. Der Titelheld (Michael Gwisdek), beim Korps wegen Übereifers geschasst, muss zum Rechten sehen. Dabei kommt er selber kaum zurecht. In einem Habitus, der das Jahr 1966 plausibel markiert, kommt eine schwüle Stimmung zustande, die an Fredi Murers Höhenfeuer erinnert. Die Synchronisation der Schauspieler mit Nidwaldner Dialektsprechern folgt der Methode, die schon in jenem Film erprobt wurde. Nicht zuletzt dank dieses Verfahrens bringt Wachtmeister Zumbühl eine Reihe von sehens- und hörenswerten Passagen zu Gemüt.
Pierre Lachat: Polizistensöhne, Tages-Anzeiger, Zürich, 2. September 1994.
In seinem zweiten Spielfilm Wachtmeister Zumbühl schildert der Nidwaldner Regisseur Urs Odermatt eine tragikomische Vater-Sohn-Beziehung in der miefigen Provinz der sechziger Jahre. Die präzisen Bilder und der groteske Humor erinnern an grosse osteuropäische Vorbilder.
Ein Winterabend in Napfmoos, Mitte der sechziger Jahre: Das ganze Dorf besäuft sich, ausser Wachtmeister Zumbühl. Der steht mit verbissenem Ernst und roter Nase in der Kälte, wischt sich die Herbstblätter aus dem Gesicht und kündigt seinem Polizistenkollegen per Funk an, wer gerade in welchem Zustand die Beiz verlässt. Im Verlaufe des Films werden wir ihn als ebenso rechtschaffen wie rechthaberisch kennen- und ein wenig lieben lernen. Auf allzu grosse Sympathie wird er - wie alle Figuren in diesem seltsam kühlen Film - allerdings nicht stossen: Von seiner Frau verlassen, hockt er nur Landjäger kauend in seiner biederen Küche oder grunzt vor sich hin.
Sprachlose Dramatik
Dieser furchtbar schweizerische Besserwisser Zumbühl, hervorragend gespielt vom ostdeutschen Bundesfilmpreisträger Michael Gwisdek, wäre nicht die Hauptfigur, wenn da nicht das Verbrechen wäre, das dem Film die vordergründige Handlung gibt. Wegen eines kleinen Vergehens von seinem Vorgesetzten geschasst, arbeitet er bei der Bahn. Auf den Geleisen findet der Expolizist eines Morgens ein brutal geschändetes Mädchen. Bald weiss er, dass als Täter nur sein leicht debiler Sohn Albin in Frage kommt. Wie er den Konflikt zwischen Berufsauffassung und Blutsbande löst, bestimmt weitgehend die Dramatik. Jedoch weniger die etwas unglaubwürdige Handlung, als vielmehr die Atmosphäre und Stimmung im (fiktiven) Nidwaldner Nest Napfmoos in den sechziger Jahren und die sprachlosen, in sich gekehrten Personen sorgen für Spannung und Dichte in diesem Schweizer Dialektfilm.
Hier herrscht der Mief der Provinz: Wer anders ist oder seinen eigenen Weg geht, wird verspottet (wie die Zumbühls) oder vergewaltigt (wie das Mädchen). Die meisten Begegnungen im Dorf enden mit dem Wort "Schafseckel"... Mit präzisen Bildern, durchwegs überzeugenden Schauspielern (deren Bühnendeutsch von Nidwaldner Laien synchronisiert wurde) und groteskem Humor gelingt Urs Odermatt ein beklemmendes Bild dörflicher Enge in den sechziger Jahren, als die Moral noch Konturen hatte. Als Sohn eines fotografierenden Dorfpolizisten kann er aus seiner Autobiographie schöpfen. Er kennt seine Pappenheimer, und er kennt die ambivalente Faszination der Provinz - sei es in Nidwalden, Litauen oder Oberösterreich.
Zwischen Stuhl und Bank?
"Ich versuche, meine Geschichten weder als reines Unterhaltungskino noch als kalorienarmes Cinéphilenfutter zu erzählen", sagt Odermatt, dessen Erstling Gekauftes Glück der erfolgreichste Schweizer Film des Jahres 1989 war. Auch mit dem spröd-vertrackten Wachtmeister Zumbühl begibt er sich auf die Gratwanderung zwischen lautem Mainstream und sperrigem Studiofilm. Möglich, dass er dabei unverdientermassen zwischen Stuhl und Bank fällt - aber wer weiss schon, wann und warum ein Loach oder ein Kieślowski ihr Publikum über die Kritiker hinaus fanden?
Marcel Elsener: Osteuropäisch geprägte Tragikomödie im Provinzmief der sechziger Jahre, Die Ostschweiz, St. Gallen,
6. September 1994.
Der Regisseur Urs Odermatt (Gekauftes Glück), Sohn des Nidwaldner Polizisten und Fotografen Arnold Odermatt, erzählt in seinem neuen Film Wachtmeister Zumbühl die Geschichte eines Polizisten, der seinen Sohn mit unerschütterlicher Besserwisserei in ein Verbrechen treibt.
Der Titel Wachtmeister Zumbühl weckt Erinnerungen an Friedrich Glausers rundlichen, sympathisch rumpelsurigen Wachtmeister Studer und Schaggi Streulis Polizist Wäckerli, zwei legendäre Figuren des alten Schweizer Films. Odermatt hat den Titel bewusst gewählt, die Erwartungen, die er damit weckt, jedoch nie erfüllen wollen. Zu stark unterschieden sich die Erfahrungen, die er in seiner Jugend als Sohn eines Nidwaldner Dorfpolizisten gemacht hatte, von der heilen, heiteren Kinowelt jener Tage.
Ursprünglich wollte Odermatt die Geschichte eines integeren Dorfpolizisten erzählen, der aus Übermut mit seiner Dienstwaffe auf die Zielscheibe eines Schiessstands feuert und deswegen zu einer Busse verurteilt wird. Da dieser die Strafe als ungerecht empfindet, holt er sich das Geld bei der Leerung der Parkuhren zurück, wird dabei ertappt und vom Dienst suspendiert. Als der Fall in der Boulevardpresse Schlagzeilen macht, bringt sich der Sohn aus Scham um.
Kerzengerader Vater, krummer Sohn
Bei der Arbeit an diesem Ur-Wachtmeister Zumbühl realisierte Odermatt, dass der Stoff noch interessanter wird, wenn er den Akzent auf die Zeit nach der Suspendierung setzt und den Sohn nicht zum Opfer, sondern zum Täter werden lässt. So nimmt Wachtmeister Zumbühl, ein kerzengerader Beamter, der seine Fallen für alkoholisierte Automobilisten mit Vorliebe vor der Dorfbeiz auslegt und auch beim Gemeindepräsidenten Mathis (Rolf Hoppe) keinen Pardon kennt, seinen Hut, um der drohenden Suspendierung zuvorzukommen. Von seinem stotternden Sohn Albin (Jürgen Vogel), der vorher schon unter dem harten Regime des Vaters gelitten hatte, fordert er, dass er nun bei der Polizei in seine Fussstapfen trete und endlich ein Mann werde. Die Zumbühlsche Rechthaberei, die bereits Albins Mutter aus dem Haus und in die Arme einer Sekte getrieben hat, findet darauf ihren tragischen Höhepunkt. Als die hübsche Maria (Anica Dobra) sich nach einem der ungeschickten Annäherungsversuche Albins über ihn lustig macht, verliert dieser die Beherrschung und vergewaltigt das Mädchen. Wachtmeister Zumbühl, der später zufällig ihren Selbstmord verhindern kann und ebenso akribisch wie voyeuristisch die Spuren an ihrem Körper fotografisch festhält, ahnt schon, was bald zur Gewissheit wird, dass sein Sohn die Tat begangen hat. Um den Strafbestand aus der Welt zu schaffen (in den sechziger Jahren war Vergewaltigung in der Ehe noch kein Delikt), drängt er Albin und Maria zur Heirat. Andernfalls, droht Wachtmeister Zumbühl, müsse er seinen Sohn anzeigen.
Dichte Atmosphäre
Der Ostberliner Schauspieler Michael Gwisdek, der die Titelrolle in beklemmender Weise ausfüllt, die authentische Ausstattung, die eindringlichen Bilder von Kameramann Rainer Klausmann und Odermatts präzise Führung der Schauspieler ergeben genaue Psychogramme der Figuren und lassen die stickige Provinzatmosphäre jener Tage in seltener Intensität aufleben.
Autobiografische Wurzeln
Entgegen naheliegender Vermutungen versteht sich der Regisseur mit Arnold Odermatt besser denn je. Sein Vater stellte nicht nur die im Buch Meine Welt, Photographien 1939-1993 veröffentlichten Fotos für Wachtmeister Zumbühl zur Verfügung, sondern konnte sich als Pensionär auch die Zeit nehmen, um bei den Dreharbeiten bestechende Standfotos zu schiessen. Direkt auf die Brisanz des autobiografischen Hintergrunds für den Film angesprochen, antwortet Urs Odermatt: "Ich kannte als Kind fast nur Polizisten. Alle Väter schienen Polizisten zu sein. Uniformierte und solche, die es gerne wären. Ich kenne aber auch den Alltag der Polizisten, etwa den kleinen Schritt zwischen Integrität und Sturheit. Oder die Versuchung, nahestehende Verdächtige anders zu behandeln als fremde - in der Regel erbarmungsloser." Beim Drehbuchschreiben hat Odermatt die Perspektive des Vaters gewählt, weil er mit Vorliebe Geschichten über halsstarrige alte Männer erzählt und weil beim Wühlen in den eigenen Unzulänglichkeiten eine fremde Brille die Skrupel reduziert. "Trotzdem ist Albin keine autobiografische Figur."
Nidwaldner Synchronfassung
Neben einer britischen Norton helfen ein deutscher Borgward Isabella, ein französischer Peugeot 403 und nicht zuletzt Wachtmeister Zumbühls anthrazit-beiger DKW 3=6 die Geschichte ins Kolorit der sechziger Jahre einzufärben. Da sich aber die Dorf- und Landschaftsbilder im Kanton Nidwalden in den letzten dreissig Jahren stark verändert haben, musste der Regisseur den Film im Kanton Glarus drehen, wo die Uhren zum Glück noch etwas langsamer gehen. Obwohl Odermatt betont, dass sich seine Geschichte überall in der mitteleuropäischen Provinz zugetragen haben könnte, legt er Wert darauf, die Mundartversion als Originalfassung zu definieren. "Weil ich mich bei meiner Suche nach guten und erfahrenen Schauspielern durch nichts einschränken lassen wollte, nahm ich in Kauf, die stimmigere Dialektfassung per Synchronisation erarbeiten zu müssen", erläutert Odermatt. Dafür genügend Leute - insbesondere jüngeren Alters - zu finden, die noch reine Nidwaldner Mundart sprechen, war schwierig. Schliesslich wurden die 15 Sprechrollen mit drei Profis und zwölf Laien besetzt. "Eine ungewohnte Arbeit, strenger als schaffen", kommentierte der Obbürgener Landwirt Teddy Amstutz, der dem Gemeindepräsidenten Mathis seine Stimme lieh, die Erfahrung. Nach den fünfeinhalb Tage dauernden Aufnahmen war Odermatt hochzufrieden: "Die Nidwaldner Version ist sehr authentisch, träf und dicht - besser als die Urfassung."
Reinhold Hönle: Dorfkrimi - 'Träf und dicht', Der Zürcher Oberländer, Wetzikon, 2. September 1994.
Si vous vous ennuyez d'un cinéma pince-sans-rire, minutieux jusque dans les moindre détails, savoureux comme du chocolat, précis comme une montre suisse, sarcastique sans cesser d'être sérieux, il faut vous précipiter voir Le Pandore. Le film renoue avant tout avec le cinéma tchèque des années 60, le cinéma des Forman et Passer.
Le Pandore ressemble à une montre suisse qu'on démonterait sous nos yeux. De l'extérieur, tout a l'air si simple. Mais dès qu'on la décortique, qu'on pénètre dans ses arcanes, un monde complexe se révèle. Tel est le brigadier Zumbühl. A travers un comportement qui semble d'abord aberrant, Odermatt nous fait pénétrer dans sa psyché. Dans ce personnage, Michael Gwisdek m'a paru fascinant. Le film va ainsi de tic en tac, de surprise en surprise par petites touches imperceptibles jusqu'à un dénouement difficile à prévoir.
Luc Perreault, La Presse, Montréal, 25. März 1995.
Rolf Breiner, Nidwaldner Zeitung, Stans, 25.8.1994.
Andrea Casalini, Zürcher Unterländer, Bülach, 14.9.1994.
Michael Sennhauser, Basellandschaftliche Zeitung, Liestal, 9.9.1994.
Rolf Breiner, Luzerner Zeitung, 24.11.1993.