Regisseur Urs Odermatt - der Mann mit der Vorliebe für sprechende Köpfe in Großaufnahme - präsentiert diesmal einen mysteriösen Fall von Entführung und Mord, dessen Personal unter anderem aus einem deutschen Hollywoodstar, einem irren Messerstecher und einem eifersüchtigen Ehemann besteht. Mittendrin die leicht genervten Ermittler Roiter und Zorowski, denen dieser Hauch von Hollywood doch zu sehr nach Kleinbürgermief stinkt.
Die extrem stilisierte Inszenierung mit ebensolchen Dialogen schuf eine surreale Atmosphäre, die sicherlich nicht jedermanns Geschmack getroffen hat. Wer sich jedoch darauf einließ, erlebte einen formal und ästhetisch ungewöhnlichen Fernsehkrimi, der immer wieder den Mut zu ungewöhnlichen Bildern und Motiven fand.
Lutz Gräfe: Ungewöhnliche Motive, Berliner Morgenpost, 14. Juli 1998.
Ein Hauch von Godard.
Reihnhold Hönle, Aargauer Zeitung, 11. Juli 1998.