... ich habe am Wochenende Mein Kampf in der mir zur Verfügung gestellten vorläufigen Fassung auf DVD gesehen und möchte Ihnen doch sagen, daß mich der Film sehr beeindruckt hat. Es ist Ihnen eine atmosphärisch dichte Erzählweise gelungen, die die Taborische Pointiertheit im Dialog in einen stärker erzählerischen Ton auflöst, und der Geschichte dabei neue Töne entlockt.
 
Frau Dr. Sommer, die meine Auffassung teilt, hat in der Zwischenzeit auch mit Ursula Höpfner-Tabori, der Witwe von George, gesprochen, die sich auch besonders positiv nach Anschauen des Filmes geäußert hat. Der junge virtuose Tom Schilling und der kluge und in jedem Ton anrührende Götz George haben uns in jeder Hinsicht überzeugt. Gerade George in dieser Rolle war eine wunderbare Überraschung - sensibel, filigran und mit hintersinnigem Humor. Wenn er Gretchen auf dem Bett die Geschichte seines Vaters erzählt, kann es einem das Herz zerreißen.
 
Die kleinen Zeichen, die der Film setzt und auf Zukünftiges verweisen, sind raffiniert und nachhaltig. Vom Begrüßungsgeld bis zu den rauchenden Schloten über Wien und dem Zeitsprung am Ende, bietet der Film Situationen und Bilder, die man so schnell nicht vergißt.
Bernd Schmidt, Gustav Kiepenheuer Bühnenvertriebs-GmbH, Berlin
Kino-Trailer

René Römer, mdr um 12, MDR, 5.3.2008