Ein Stück Verkehrs- und Straßenbaugeschichte wird lebendig: Die Lopperautobahn mit neuer Achereggbrücke wurde 1962 bis 1965 gebaut. Für Nidwalden war dieses Bauwerk wie ein Tor zur Welt. Josef von Matt und Arnold Odermatt haben dazumal diese Pioniertat filmisch festgehalten. Mit Hilfe von Sohn Urs Odermatt ist nun ein beeindruckendes Bilddokument aus altem und farbigem neuem Material geschaffen worden: Lopper, vom 3. bis 6. Oktober im Kino Buochs zu sehen, später dann, 5. bis 10. November, im Kino Seefeld (Sarnen).

Heute sei diese Begeisterung für einen Autobahnbau wohl unverständlich, meinte Buchhändler Josef von Matt anläßlich einer Pressevorführung des Dokumentarfilms Lopper vor einigen Wochen im Kino Buochs. Aber damals, 1954, als die Nidwaldner den Autobahn- und Brückenbau (Achereggbrücke) beschlossen haben, sei eine andere Stimmung gewesen. "Ich hatte mich schon längst mit diesem Anschluß an die übrige Schweiz befaßt, sah eine unwiederbringliche Chance und freute mich am eindeutigen Mehr, das an der Landsgemeinde für Bahn und Straße gesprochen wurde. Ich würde meinen", berichtete Josef von Matt, "daß besonders über das schwierige Stück zwischen Hergiswil und Stansstad eine Dokumentation entstehen sollte."


Wichtiger Verkehrsstrang

Geplant, getan. Zusammen mit dem späteren Chef der Verkehrs- und Sicherheitspolizei Nidwalden, Arnold Odermatt, einem begeisterten Photographen, der Mitte der fünfziger Jahre so etwas wie eine Schnupperlehre als Kameramann beim Schweizer Fernsehen machte, wurde dieser Wunsch umgesetzt. Wir sehen die alte Achereggbrücke, erleben den parallelen Neubau, die problematische Verkehrsregelung von Fahrzeugen und Schiffen. DS "Gallia" rauscht vorbei, gut 30 Jahre jünger. Bald alle 15 Minuten wurde der Verkehr gestoppt, die alte Brücke hochgeklappt. Die alte und neue Achereggbrücke standen eine kurze Zeit nebeneinander, bis dann die alte abgerissen wurde. Ein höchst wichtiger Verkehrsstrang: Zwei Fahrbahnen (Autobahn und Kantonsstraße) und eine Gleisanlage überqueren an dieser Stelle den See.


Langer Weg

Die meisten Arbeiter, die dieses Verkehrswerk mit ihrer Hände Arbeit vollendeten, seien tüchtige Italiener gewesen, weiß Kommentator Tino Arnold zu berichten. Während der ganzen Bauzeit seien drei Menschen ums Leben gekommen. Drei Kilometer Film sind über dieses schon historische Projekt belichtet worden. Josef von Matt ließ den Film nach Vollendung dieses Autobahnteilstücks von einem TV-Kameramann schneiden. Leider sei das Resultat wenig befriedigend gewesen. Josef von Matt: "Beim Kanton Nidwalden hatte niemand Interesse an unserem Produkt, so daß wir den Film behielten, wie er war. Viele Jahre später setzte dann Arnold Odermatt alle Enden wieder zusammen, und sein Sohn Urs Odermatt nahm einen Rohschnitt vor." Kantonsingenieur Reto Zobrist erkannte den dokumentarischen Wert. Das wertvolle Filmmaterial wurde nun in Form gebracht. Urs Odermatt, versierter Regisseur (Gekauftes Glück), fügte ein paar Farbsequenzen von heute bei und gestaltete den endgültigen Lopper-Film. Kantonsingenieur Heinz Meier hat einen entsprechenden Text verfaßt. Das halbstündige Bildzeugnis wird nicht nur die ältere Generation interessieren, welche den Lopperbau sozusagen live erlebt hat, sondern auch jüngere Zuschauer packen.
Rolf Breiner: Filmisches Denkmal für Lopperautobahn, Luzerner Tagblatt, 2. Oktober 1991



Begeistert vom damaligen Autobahnbau am Lopper hatten sich zu Beginn der sechziger Jahre der Stanser Buchhändler Beppi von Matt und der Polizist Arnold Odermatt zusammengetan, um dieses Ereignis filmisch festzuhalten. Knapp 30 Jahre wurde das Filmmaterial gelagert, ohne daß etwas damit passierte. Nun wurde es unter der Leitung von Regisseur Urs Odermatt verarbeitet: Der rund 30minütige Film Lopper hat am Wochenende in Buochs seine Uraufführung.

Für den Bau der Lopperautobahn wurden einige Jahre gebraucht. Wenige Personen nur konnten sich erinnern, daß die gesamten Arbeiten des Straßenstückes zwischen Hergiswil und Stansstad filmisch festgehalten wurde. Die Initiative für diese Arbeit ging damals vom Stanser Buchhändler Beppi von Matt aus.

Wie es zu den Filmaufnahmen kam, erklärt Beppi von Matt heute so: "Damals nahm das Schweizer Fernsehen seinen Anfang, und ich durfte als freiwilliger Programmvermittler für die Innerschweiz kleine Beiträge anregen. Weil es aber sehr oft hieß, daß kein Kamerateam vorhanden sei, Regisseur oder Beleuchtung fehle, arbeitete ich mit der Kamera eines befreundeten Fernsehkameramanns, die ich erst mietete und dann kaufte." Ein Chef-Kameramann bildete zu dieser Zeit Laienkameraleute aus. Beppi von Matt konnte Arnold Odermatt für einen solchen Kurs gewinnen, der die Ausbildung mit großem Erfolg beendete. Da er der einzige war, der soviel Qualität zeigte, wurde er für Beiträge des Schweizer Fernsehens eingesetzt, erzählte der Buchhändler gegenüber unserer Zeitung.

Bei den Filmaufnahmen an der Lopperautobahn konnte sich das Team von Matt und Odermatt auf die Mithilfe des damaligen Kantonsingenieurs Heinz Meier und seiner Gehilfen verlassen. Sie meldeten jeweils, wenn etwas Spektakuläres geschah. Noch einige Probleme waren zu lösen. Arnold Odermatt hatte seinen Polizeidienst zu tun. "Er ließ sich nie von mir überreden, dabei zu schwänzen oder etwa beides zu verbinden", erinnert sich Beppi von Matt. Nur einmal wurde auf die Hilfe der Polizei zurückgegriffen: "Als die Brücke beim Acheregg fertig war, wurde auf allen Seiten, das heißt auf Autobahn und Lokalstraße, aber auch bei der LSE der Verkehr gestoppt, damit möglichst viel Verkehr mit Bahn, Autobahn, Lokalstraße und Schiffspassage zu sehen ist."

Morgen hat nun Lopper die Uraufführung im Kino in Buochs. Verantwortlich für die Gestaltung zeichnete Arnold Odermatts Sohn Urs Odermatt, Regisseur von Gekauftes Glück. Er hatte das alte Filmmaterial, das während Jahren gelagert wurde und in einen schlechten Zustand geriet, durchgearbeitet, zum Teil neu kopiert und dann zusammengeschnitten. Der Text zum Film wurde vom ehemaligen Kantonsingenieur Heinz Meier geschrieben, gesprochen wird er von Tino Arnold.

Als Dokumentation über die Erschließung Nidwaldens sowie über die Kunst der damaligen Straßenbauten ist der Film sicher von außerordentlichem Wert.
Thomas Zemp: 'Lopper' - Filmisches Dokument des Baus, Vaterland, Luzern, 2.Oktober 1991