Der böse Onkel ist ein Film für wenige. In der Nische der Wenigen steckt ein erstaunlich großes, neugieriges, offenes, urbanes Publikum. Man muss es nur finden. Da sich kaum jemand darum bemüht, die Wenigen anzusprechen, werden wir offene Türen einrennen.
Der böse Onkel richtet sich nicht an das große Publikum. Das große Publikum wollen alle; der Wettbewerb an der Kasse und das Gedränge in der Werbung ist entsprechend groß. Wir wollen nicht das Publikum, das einen Film toll findet, weil ihm die Werbung sagt, daß ein Film toll ist. Wir wollen das Publikum, das sich seinen Film selbst entdeckt.
Der böse Onkel richtet sich nicht an den Zuschauer, der einen Film sehen will, sondern an den Zuschauer, der genau unseren und keinen anderen Film sehen will. Ein Publikum, das genauso selbstbestimmt seinen Film sehen will, wie wir diesen Film selbstbestimmt gestalten wollen. Das ist vielleicht kein Rezept für einen Hype, aber es ist vielleicht ein Rezept für einen Klassiker des zeitgenössischen Erzählens.
Der böse Onkel ist nicht der Film, der gefällt, unterhält und mit dem Publikum kuschelt. Der böse Onkel ist der Film, den man nicht vergisst und den man gesehen haben muss, weil die Freundin, der Freund, die ganze Zeit davon redet, schimpft, erzählt, schwärmt, widerspricht, sich aufregt, sich wiedererkennt und ganze Dialoge zitiert, ohne es zu merken.